Die Wahl des Zauns ist ein wichtiger Schritt bei der Gestaltung eines Grundstücks. Holzzäune oder Drahtgeflechte sind oft nur temporäre und weniger ästhetische Lösungen. Deshalb entscheiden sich viele Bauherren nach Abschluss des Hausbaus und Stabilisierung des Budgets für einen soliden Mauerzaun. Besonders geschätzt wird dabei Klinker – ein wetterbeständiges, langlebiges und äußerst elegantes Material. Doch wie baut man einen Klinkerzaun richtig? Hier ist eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung.
Warum lohnt sich ein Klinkerzaun?
Ein Zaun aus Klinkerziegeln schützt nicht nur das Grundstück vor ungebetenen Gästen, sondern ist auch ein wichtiges Gestaltungselement, das den Charakter und die Wertigkeit des Hauses unterstreicht. Klinker überzeugt durch:
- geringe Wasseraufnahmefähigkeit, was ihn widerstandsfähig gegen Regen und Frost macht,
- farbbeständigkeit über Jahrzehnte hinweg,
- keinen Bedarf an regelmäßiger Wartung.
Die Langlebigkeit eines Klinkerzauns hängt jedoch maßgeblich von seiner fachgerechten Ausführung ab. Im Folgenden beschreiben wir den Bauprozess Schritt für Schritt.
Fundament – die stabile Basis für den gesamten Zaun
Zu Beginn steht die genaue Planung und Absteckung der Zaunlinie. Danach wird das Fundament angelegt:
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Die Fundamenttiefe richtet sich nach dem Bodentyp und der Frosttiefe:
- Bei frostempfindlichen Böden muss das Fundament unterhalb der Frosttiefe liegen – also etwa 80 bis 140 cm, je nach Region in Polen.
- Bei nicht frostempfindlichen Böden genügen ca. 60 cm Tiefe.
- Die Breite des Fundaments entspricht in der Regel der Mauerstärke.
- Wichtig sind Dehnfugen, z. B. mit Dachpappe, um Bewegung im Beton zu ermöglichen.
Horizontale Abdichtung und erste Ziegelreihe
Nach dem Aushärten des Betons und dem Entfernen der Schalung wird eine horizontale Feuchtigkeitssperre mit Bitumenmasse oder Dachpappe aufgebracht, um aufsteigende Feuchtigkeit zu verhindern.
Die ersten Klinkerziegel werden üblicherweise an den Ecken gesetzt, um die Geometrie des Zauns festzulegen. Anschließend wird die Zwischenfläche aufgefüllt. Ein wichtiger Tipp: Ziegel aus verschiedenen Paletten mischen, da Klinker als Naturprodukt leichte Farbabweichungen zwischen Chargen aufweisen kann. So entsteht ein gleichmäßiger Farbton.
Ausblühungen vermeiden – Bedeutung von Mörtel und Feuchtigkeitsschutz
Für die Haltbarkeit und Optik des Klinkermauerwerks ist die richtige Mörtelwahl entscheidend. Es muss spezieller Klinkermörtel verwendet und gemäß Herstellerangaben angemischt werden – insbesondere im Hinblick auf Wasseranteil und Mischungsverhältnis.
- Keine Mörtel mit Kalk verwenden – sie fördern Salzausblühungen.
- Die Ziegel müssen trocken gelagert werden, am besten auf Paletten und mit Baufolie abgedeckt.
- Nasse Ziegel oder Mauern ermöglichen das Eindringen von Wasser in die Mörtelstruktur, wodurch Salze gelöst und später als unschöne weiße Ablagerungen an der Oberfläche sichtbar werden können.
Zaunfelder – harmonische Verbindung von Klinker und Metall
Eine beliebte Lösung sind gemauerte Pfeiler und Sockel mit dazwischen montierten Metallfeldern:
- Die Felder werden mit Dübeln befestigt oder direkt in den Mörtel eingemauert.
- Sie sollten auf Gelenken gelagert werden, um Spannungen durch Temperaturschwankungen auszugleichen – so wird Klinkerrissbildung verhindert.
- Auf den Sockeln wird oft eine Rollschicht gesetzt, bei der die Ziegel mit der Schmalseite nach außen verlegt werden.
Pfeilerbau – Stabilität und Ästhetik
Nach dem Mauern der äußeren Klinkerschale wird das Innere des Pfeilers ausgefüllt mit:
- Stahlbewehrung, zur Erhöhung der Tragfähigkeit,
- Beton in ähnlicher Konsistenz wie der Klinkermörtel.
Als Abdeckung dienen sogenannte Abdeckplatten oder „Hüte“ aus Beton oder Klinker mit konischer Form, die Regenwasser schnell ableiten und das Eindringen von Feuchtigkeit in die Fugen verhindern.
Verfugen – der letzte und wichtige Arbeitsschritt
Nach dem Mauern muss man mit dem Verfugen warten, bis das Mauerwerk die richtige Restfeuchte erreicht hat. Ein erfahrener Maurer sollte je nach Wetterlage den optimalen Zeitpunkt bestimmen.
- Die Fugen werden mit speziellem Klinkermörtel und passender Konsistenz ausgefüllt.
- Es sollten vollständige Fugen sein, um Wasseransammlungen in Vertiefungen zu verhindern.
- Sowohl konvexe als auch konkave Fugen sind zulässig, sofern sie dicht an den Ziegelkanten anliegen.
Nicht bei Regen oder Temperaturen unter 5 °C verfugen.
Letzte Arbeiten und Pflege des neuen Zauns
Nach dem Mauern muss der Zaun mindestens 7 Tage vor Regen geschützt werden, während der erste Abbindeprozess des Mörtels stattfindet. Die vollständige Aushärtung dauert ca. 4 Wochen. Während dieser Zeit sollte das Mauerwerk auch vor starker Sonneneinstrahlung geschützt werden.
In dieser Bauphase wird oft auch das Tor montiert. Wichtig: Schiebetore benötigen ein eigenes Fundament, damit dynamische Belastungen nicht auf das Klinkermauerwerk übertragen werden und keine Risse verursachen.
Zum Abschluss empfiehlt sich eine Kiesaufschüttung rund um das Mauerwerk, die zusätzlich die Wasserableitung verbessert.
Fazit
Ein Klinkerzaun ist eine Investition, die sich durch Langlebigkeit, Sicherheit und einen eleganten Gesamteindruck bezahlt macht. Damit er jedoch über Jahrzehnte Bestand hat, ist eine exakte Einhaltung der technischen Regeln unerlässlich. Ein solides Fundament, eine fachgerechte Abdichtung, der richtige Mörtel und professionelles Verfugen sind entscheidende Erfolgsfaktoren. Ein sorgfältig gebauter Klinkerzaun wird zur Visitenkarte des Hauses und steigert nachweislich dessen Marktwert.